TEIL 1:
Warum die Kletterwand möglicherweise mehr für die Entwicklung deines Kindes tut als manches Förderprogramm
„Sei vorsichtig!“
Kaum hängt ein Kind zwei Meter über dem Boden, kommt dieser Satz fast automatisch über die Lippen. Verständlich. Schließlich sehen wir Erwachsenen oft zuerst das Risiko.
Kinder sehen etwas anderes.
Sie sehen die nächste Herausforderung.
Den nächsten Griff.
Den Ast, der vielleicht doch erreichbar ist.
Die Mauer, die unbedingt erklommen werden muss.
Und genau hier wird deutlich: Kinder klettern nicht trotz ihrer Entwicklung – sondern klettern ist Teil ihrer Entwicklung.
Denn das Gehirn liebt Herausforderungen.
Während wir Erwachsenen häufig den Dreck oder das Loch an der Hose sehen, erlebt das Nervensystem deines Kindes gerade ein hochkomplexes Trainingsprogramm.
Jeder Griff muss geplant werden.
Jeder Schritt muss abgestimmt werden.
Jede Bewegung verlangt Aufmerksamkeit.
Und das alles gleichzeitig.
Was von außen aussieht wie unlogisches Herumkraxeln, ist in Wirklichkeit Schwerstarbeit für das Gehirn.
Die Kletterwand als Fitnessstudio fürs Nervensystem
Beim Klettern arbeiten alle Körperteile zusammen.
Die Augen suchen den nächsten Griff.
Die Hände halten das Gewicht.
Die Beine drücken den Körper nach oben.
Die Körpermitte stabilisiert.
Gleichzeitig muss das Gehirn permanent berechnen:
- Wo befindet sich mein Körper?
- Wie weit reicht mein Arm?
- Welcher Fuß trägt mein Gewicht?
- Wie komme ich weiter nach oben, zur Seite oder nach unten?
Jede einzelne Bewegung erzeugt neue Informationen, die verarbeitet werden müssen.
Und genau deshalb ist Klettern so wertvoll.
Es fordert den ganzen Menschen.
Warum viele Kinder an der Kletterwand konzentrierter sind als bei den Hausaufgaben
Kennst du das?
Zu Hause scheint sich dein Kind keine drei Minuten auf eine Aufgabe konzentrieren zu können.
Auf dem Klettergerüst dagegen ist plötzlich höchste Aufmerksamkeit möglich.
Das liegt nicht daran, dass Kinder unwillig sind.
Sondern daran, dass das Gehirn Aufmerksamkeit besonders gut aktiviert, wenn Bewegung und Sinnhaftigkeit zusammenkommen.
Beim Klettern hat jede Handlung eine unmittelbare Konsequenz.
Wer nicht hinschaut, findet den Griff nicht.
Wer nicht plant, kommt nicht weiter.
Wer unkonzentriert ist, rutscht ab.
Das Gehirn liebt solche Aufgaben.
Erfolgserlebnisse, die man nicht kaufen kann
Das Schönste am Klettern ist vielleicht etwas ganz anderes.
Kinder erleben echte Selbstwirksamkeit.
Nicht die Art von Lob, die Erwachsene verteilen.
Sondern das Gefühl:
„Ich habe das geschafft.“
Allein.
Aus eigener Kraft.
Für viele Kinder ist das eine Erfahrung, die im Schulalltag kaum zu finden ist.
Und jetzt wird es spannend …
Viele Fähigkeiten, die Kinder beim Klettern brauchen, werden bereits lange vorher vorbereitet.
Nicht an der Kletterwand.
Nicht auf dem Spielplatz.
Sondern auf dem Wohnzimmerboden.
Auf allen Vieren.
Mit einer Entwicklungsphase, die oft als unwichtig abgetan wird:
Dem Krabbeln.
Was es damit auf sich hat erfahrt Ihr Montag im 2. Teil dieser Miniserie.
TEIL 2: Krabbeln – Das erste „Klettertraining“ des Lebens

Ergotherapie trifft auf Mentoring-individuell, von überall und ohne Wartezeit!
Ich bin Melanie und es ist meine Herzensaufgabe, Menschen im Alltag zu ihrer größtmöglichen Selbstständigkeit zu verhelfen. Sowohl z.B. Kindern mit Wahrnehmungsproblemen sowie Menschen, die nach einem Schlaganfall wieder zu ihrer Stärke finden möchten. Ich zeige online, wie es gelingen kann, gezielt die individuellen Bedürfnisse zu fördern. Lass uns gemeinsam daran arbeiten, dass du oder dein Kind wieder mit Selbstvertrauen und Unabhängigkeit den Alltag meistern kannst!
